Wasser - die Quelle des Lebens

In Malibwi und Umgebung gibt es keine natürlichen Quellen oder
Flussläufe zur Gewinnung von sauberem Wasser.
Für den Aufbau einer Trinkwasserversorgung sind Bohrbrunnen,
gebohrt bis in eine Tiefe von 130 m, erforderlich.

2013 erkundeten die Ingenieure H.Wiekenberg und H.Waltke
im Auftrag der St. Martinigemeinde die Möglichkeit der Durchführung
eines Wasserprojektes in Malibwi - Center.
Mit den gewonnenen Erkenntnissen erstellten beide Ingenieure
einen Entwurf zur Verbesserung der Wasserversorgung.
Auf der Basis dieses Entwurfes reichte die St. Martinigemeinde 2013
einen Förderantrag beim Land NRW ein, der in 2014 genehmigt wurde.

Dieses Wasserprojekt wird mit Mitteln der St. Martinigemeinde,
des Landes NRW und durch Spenden finanziert.

Zustand der Wasserstellen

Im Jahr 2013 besuchten die Eheleute Waltke und H.Wiekenberg
auch Mziragembei und Mshangai.
Hier gab es nur stark verschmutze Wasserlöcher für die Wasserversorgung.

In Mziragembei war der Anblick so erschütternd, dass Besucher
den Bewohnern das Versprechen gaben, in 2014 hier einen
Bohrbrunnen mit Handpumpe einzurichten.
Mit Spenden aus dem privaten Freundeskreis der Familien Waltke
und Wiekenberg sowie Firmen aus dem Rintelner Umfeld konnten
sie unter der Schirmherrschaft der St. Martinigemeinde ihr Versprechen
einlösen.
In Mshangai stellte die St. Martinigemeinde Mittel zur Verfügung,
um auch hier das Wasserproblem zu verbessern.

In Mziragembei und Mshangai sind nun Bohrbrunnen mit Handpumpe eingerichtet, die mehr als 7.000 Menschen Zugang zu sauberem Trinkawasser ermöglichen.

Ein jahrzehnte langer Wunsch nach sauberem Trinkwasser hat sich erfüllt.
Es ist der erste Schritt.
Zunächst müssen die Handpumpen aus finanziellen Gründen ausreichen.
Die Brunnen liefern aber so viel Wasser, dass später mit diesen
Wassermengen ein Versorgungssystem aufgebaut werden kann,
um eine nachhaltige Versorgung zu gewährleisten.

Brunnen in Mziragembei und Mshangai

In Malibwi – Center warten ca 3.000 Einwohner, 1.300 Schüler und
ca. 4.000 Menschen aus der Umgebung darauf, dass hier ein Wasserversorgungssystem aufgebaut wird.
Auch hier müssen sich die Bewohner das Wasser aus belasteten  Wasserstellen holen.

Im September/Oktober war eine Delegation der St. Martinigemeinde
mit den Eheleuten Waltke, Wolfgang Thiel und H.J. Gänsicke mit
Tochter in Malibwi und hat gemeinsam mit unseren Brüdern und
Schwestern vor Ort erfolgreich zusammengearbeitet, um die
Wasserversorgung in unserer Partnergemeinde zu verbessern.
Eine Grundlage der gemeinsamen Arbeit war der Förderantrag der
St. Martinigemeinde beim Land NRW.

Mit der Wassergenossenschaft aus Malibwi – vertreten durch die
Diakonin Rehema Mbura, Happynes Kuziwa, Biason Vuriva und
Mwanga Wetundwa - und den Ingenieuren Mwhambo und
Hande D. Mwanjela, den Hydrologen Mr. Iddi aus Dar es Saalam,
der Indischen Bohrfirma, dem“besten Organisator“ Rev. Issay Mweta
und dem guten Geist Lydia von der Irente Rainbowschool waren
wir ein erfolgreiches Team.
Wir alle empfanden große Dankbarkeit, dass wir uns gefunden hatten
und gemeinsam Enttäuschungen und große Erfolge teilen konnten.

In 5 Wochen gemeinsamer Arbeit haben wir 4 Brunnen gebohrt –
2 Brunnen in  Malibwi – Center und die Brunnen in
Mziragembei und Mshangei.
Leider war der 1. Brunnen in Malibwi – Center nicht ausreichend
ergiebig. Während des Bohrens warteten mehrere hundert Menschen
auf Wasser – die Enttäuschung war sehr groß, als das Wasser nicht ausreichend floss.
Die nächsten Stunden und die nächste Nacht werden W.Thiel u.
H.Waltke nie vergessen.
Nach dieser Nacht stand der Entschluss fest:
wir werden Malibwi nicht verlassen ohne ausreichend Wasser
gefunden zu haben.
Das Gebet von Rehema Mbura unmittelbar nach der 1. Bohrung
wird unvergesslich bleiben.
Und dann wurde Wasser gefunden.
Die 2. Bohrung liefert 7500 Liter reinstes Trinkwasser/Stunde.
Aus der 1. Bohrung können wir 1500 Liter reinstes Trink-
wasser/Stunde fördern.

Wasser marsch

Zurzeit wird der 90m³ Speichertank und die Verbindungsleitung
zum 2. Brunnen gebaut.
Es besteht die Möglichkeit, dass in nächster Zeit die Orte
Malibwi – Center, Mshangai und Mziragembei an das öffentliche
Stromnetz angeschlossen werden.
Wir können dann das Trinkwasser aus dem 2. Brunnen
mittels kombinierter Energie bestehend aus dem öffentlichen
Stromnetz und eines netzunabhängigen Solarstrom – Systems,
in den ca. 50 m höher gelegenen Tank fördern. 
Wir wollen so viel wie möglich ökologische Energie verwenden –
aber auch in den Usambarabergen scheint die Sonne nicht immer.
Das gilt sowohl für den Tagesablauf als auch für den Jahresablauf.
Also auch hier gilt für uns die nachhaltige Bauweise.
Vom Tank aus wird das Trinkwasser dann über Schwerkraft im
noch zu errichtenden Leitungsnetz verteilt.

Mit Gottes Hilfe und der weiteren guten Zusammenarbeit
zwischen Malibwi und Martini werden wir den letzten Teil
des Projektes im Februar des nächsten Jahres abschließen
können.


Christen und Muslime

Christen und Muslime leben in Malibwi seit langer Zeit in Harmonie
zusammen – wie in der gesamten Region.
Es ist ein besonders Erlebnis, wenn gemeinsam gebetet,
geplant und gearbeitet wird. Wasser ist für alle da,
Kirche und Moschee stehen gleichwertig nebeneinander.
Für St. Martini ist es sehr wichtig, dass mit dem Wasserprojekt
auch ein bescheidener Anteil für die Gemeinsamkeiten zwischen
den Glaubensrichtungen geleistet werden kann.

Weitere Aufgaben

St. Martini wird sich in Zusammenarbeit mit den Einrichtungen
in Malibwi, der Kirche, den Schulen und der Krankenstation
nicht nur um die Wasserversorgung sondern auch für die
Erhaltung, Pflege und Verwaltung des Wassersystems
einsetzen.

Eine Aufgabe, die im Wesentlichen von der Wassergenossenschaft
in Malibwi abgedeckt werden muss.
 
Die Wassergenossenschaft wird mit Handwerkern und Technikern
ergänzt werden, die die gesamte Wasserversorgungsanlage
kontrollieren und pflegen werden. In einem Regelwerk werden
alle grundlegenden Vereinbarungen wie z.B. Wassergeld,
wie das Wasser genutzt werden kann (kein Wasser
zum Bewässern der Felder und Gärten), keine Privatanschlüsse
und wie die hygienischen Einrichtungen genutzt und gepflegt
werden müssen, festgelegt.
Dieses Regelwerk muss von den Bewohnern, Eigentümer
der Anlage  (die Kirche in Malibwi) und der Wasserbehörde
unterzeichnet werden und wird damit zum einklagbaren Gesetz.
 
Darüber hinaus ist Hygiene ein wichtiges Thema.
Mit den Einrichtungen in Malibwi und mit Unterstützung
der St. Martinigemeinde werden Informationsveranstaltungen
in der Gemeinde und den Schulen vorbereitet und von
Mitgliedern der Schulen und der Krankenstation organisiert.