Ein Erfahrungsbericht von Jacob Schilling

Auschlafen war zweitranging. Meistens. Sieben Tage nicht auszuschlafen, aber trotzdem etwas Einzigartiges zu erleben - wir haben es geschafft. Von Montag, den 29. Juni bis Sonntag, den 5 Juli sind wir  niemals später als Acht Uhr aufgestanden. Für eine Gruppe Jugendliche im pubertierenden Alter in den Ferien eine große Leistung. Aber warum das ganze?
Lange Geschichte. Beginnen wir mal ganz von vorne: Letztes Jahr war eine Gruppe der Mariengemeinde in dem französischen Dorf Taizé. Es hatte uns dort so gut gefallen, dass schon bei der Abreise letzten Jahres klar war: Wir kommen wieder!
Neues Jahr, neue Gruppe, neues Taizé. Dieses Jahr waren wir mit noch mehr Leuten da und es war, wie letztes Jahr, wundervoll.
Sieben Tage. 20 Gottesdienste. 20 Essen. Sieben Tee-Times. 2000 Jugendliche. Eine Gemeinschaft. Sechs Morgengottesdienste um halb neun. Sechs Mittagsgebete um halb eins. sieben Abendgebete um halb neun und eine Sonntagsmesse. Dazwischen noch viel Freiraum und Bibelarbeit. Die Bibelarbeit wird aber in anderen Gruppen als der „normalen“ Gruppe durchgeführt, sondern in gelosten Gruppen mit Menschen aus aller Welt. Man trifft sich in der Gruppe, bekommt eine Bibelgeschichte mit verschiedenen Fragen zu diesem Thema, die die Diskussion anregen sollen. Diese Bibelarbeit findet Vormittags und Nachmittags statt und ist keine Arbeit, sondern Zeit, sich mit anderen Menschen aus anderen Ländern und Kulturen darüber auszutauschen und neue Leute kennenzulernen.
Straffer Zeitplan. Und dann kommt das mit dem Früh-Aufstehen auch hin.
Was in den Sieben Tagen passiert ist, ist unbeschreiblich. Unsere Gruppe hat sich verändert. Diese erste Ferienwoche hat in jedem von uns etwas hinterlassen. Für jeden bleibt etwas anderes am meisten in Erinnerung, doch all diese Erinnerungen ergeben ein großes Netz, das unsere Gruppe zusammenhält.
So etwas schönes gibt es selten. Und hoffentlich auch im nächsten Jahr. Mit möglichst vielen Jugendlichen aus ganz Minden!

Jacob Schilling, September 2015